Aktuell

Von Oktober bis Dezember 2026 gibt es wieder sechs spannende Vorträge im Rahmen der bfe-Vortragsreihe "Erfassen - Vermitteln - Gestalten. Ethnologische Impulse verändern". Die Reihe präsentiert die vielfältigen Kompetenzen und Perspektiven der bfe-Mitglieder und findet digital statt. Melden Sie sich an! 

 

 

bfe im Fokus - Artikel im Sociologus

Michael Schönhuth schreibt in der Fachzeitschrift Sociologus über den bfe: Vom Netzwerk für Freiberufler*innen zur Stimme aller, die anthropologisches Wissen leben und teilen. Der Artikel zeigt, wie der Verband Brücken zwischen akademischer und außerakademischer Ethnologie baut – und wohin der Dialog führen kann.

Der Bundesverband für Ethnolog*innen (bfe) – oder, wie der Dialog zwischen außerakademischer und akademischer Ethnologie (noch) besser gelingen könnte

Sociologus 73(2023)1, 75-88 

 

 

 

Leseempfehlung: Dialog der Welten von Dr. Kerstin Volker-Saad 
Der Beitrag zum Tag der Provenienzforschung beleuchtet die Geschichte der ethnographischen Sammlungen der Friedenstein Stiftung Gotha, insbesondere Artefakte aus Indonesien. Durch kollaborative Provenienzforschung wird die Herkunft dieser Objekte untersucht, um ihre Biografien zu rekonstruieren. Dabei geht es um den Austausch zwischen lokalen Kulturbehörden und Wissenschaftlern, um verlorene Kontextinformationen zu gewinnen und ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln.
Hier kommen Sie zum Beitrag. 

 

Wir freuen uns über eine neue Publikation: 2024 erschien der zweite Band der bfe-Reihe "Lebenswelten Erfassen - Vermitteln - Gestalten" über die Website des bfe.

 

Weitere bfe-Infos in unserem Archiv

Ethnologische Kompetenzen

 

Die Ethnologie (bzw. das Fach Kultur- und Sozialanthropologie) weist eine hohe Kombinierbarkeit mit sozial-, wirtschafts- und geisteswissenschaftlichen Fächern sowie mit vielen Naturwissenschaften auf. 


Ethnolog*innen können sich innerhalb eines breiten Spektrums an Unterdisziplinen (z.B., Medizinethnologie, Ethnopharmakologie, Rechtsethnologie, Ethnobotanik, Ethnoökologie, historische Ethnologie, Wirtschaftsethnologie, Gender und Queer Studies, Bildungsethnologie, Entwicklungsethnologie u.v.a.m.) spezialisieren. Damit sind sie prädestiniert für interdisziplinäre Arbeit. 

 

Neben ihren klassischen Berufsbildern in Wissenschaft und Forschung haben sich Ethnolog*innen eine breite Palette von Berufsbildern erschlossen. Sie arbeiten sowohl freiberuflich als auch angestellt in der Wirtschaft und Kreativwirtschaft, für die Zivilgesellschaft oder im öffentlichen Sektor. Wichtige Berufsbilder haben wir für Sie hier visualisiert:

 

 

 

 

Ethnolog*innen bieten Ihnen jeweils eine ganz individuelle Vielfalt an Kompetenzen. Diese beruht auf der jeweiligen Fächerkombination, thematischen und regionalen Schwerpunkten sowie auf beruflichen Erfahrungen und zusätzlichen Ausbildungen. 
„Typisch ethnologische“ Kompetenzen drücken der individuellen Kombination ihren unverwechselbaren Stempel auf.

 

Die für Ihre Fragestellung passenden Kompetenzen finden Sie hier.

 

Haltung – Wissen – Erfahrung – Urteilskraft – Umsetzung

 

 Ganzheitlicher Blick
  • Ganzheit bedeutet, das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile und auch mehr als die erkennbaren Zusammenhänge zwischen seinen Teilen.

  • Kulturelle und soziale Phänomene stehen niemals isoliert da. Sie sind immer auf Bündel anderer kultureller und sozialer Phänomene in der Vergangenheit und Gegenwart bezogen. Dabei bilden sie feine, komplexe und dynamische Bedeutungsnetze, welche wiederum Teile größere Zusammenhänge darstellen können.
  • Der ethnologische Blick erfasst möglichst vieldimensional Aspekte, Bedeutungsebenen und Bedeutungsvarianten von menschlichen Äußerungen, Verhaltensweisen, Emotionen, sozialen Praxen, Systemen und Sub-Systemen, Lebenswelten, Objekten, Technologien etc. in ihrem Zusammenhang untereinander und mit der natürlichen Mitwelt und mit anderen Spezies.

  • Der ganzheitliche Blick identifiziert Verbindungen, Netzwerkstrukturen und Wechselwirkungen zwischen diesen Phänomenen und analysiert sie in ihren kulturellen, historischen, sozialen, politischen, ökologischen, ökonomischen und sozialpsychologischen Beziehungen.
 Multiperspektivität
  • Ethnolog*innen arbeiten mit einem methodischen Perspektivenwechsel zwischen „etischen“ Außenperspektiven, „emischen“ Binnenperspektiven der betreffenden Gruppe(n), zwischen Frosch- und Adlerperspektive und zwischen holistischer Analyse und der Subjektivität ihres mittendrin Dabeiseins.

  • Der Erkenntnisprozess findet in den Spannungsfeldern zwischen diesen verschiedenen Perspektiven und zwischen ihren Reibungsflächen statt.
  • Diesen Spannungsraum erschließen sich Ethnolog*innen neben anderen Methoden der qualitativen Sozialforschung durch genaues, vorbehaltloses Zuhören, Beobachten, Fragen und Teilnehmen sowie systematische Dokumentation, Reflexivität und Analyse anhand von Forschungsfragen.

  • Durch diese Methoden ergibt sich schrittweise eine informierte hypothetische Annäherung an Binnenperspektiven, zugleich verändert sich die eigenen Perspektive hin zu einer ganzheitlicheren und interkulturell ausgebildeten multiperspektivischen Weltsicht.
 Systemischer Ansatz
  • Die ethnologische Haltung ist per se systemisch ausgerichtet und ist damit unter anderem in hohem Maße kompatibel mit systemischen Ansätzen in Coaching und Beratung, in der Sozialen Arbeit und der Pädagogik.

  • Soziale Gruppen, Individuen, kulturelle Strukturen und Zusammenhänge werden jeweils als (Bedeutungs-) Systeme verstanden. Soziologische Systemtheorien werden berücksichtigt, ohne dabei stehen zu bleiben.

  • Systemische Fragen gehören zum Repertoire ethnologischer Fragetechniken.
 Reflexivität
  • Hohes Reflexionsvermögen hinsichtlich der eigenen Rolle und der jeweiligen sozialen und kulturellen Situation aus ganzheitlicher Perspektive.

  • Professionelle Anwendung verschiedener Techniken der Selbstreflexion und der eigenen Rolle in ihrem gesellschaftlichen und situativen Kontext. 
 Interkulturelle Kompetenz

Ethnolog*innen verfügen über 

 

  • regional- und lokalspezifisches Fachwissen
  • themen-spezifisches Fachwissen

  • Kenntnisse über die Varianzbreite menschlicher Kulturen, sozialer Organisationen und sozio-ökonomischer, politischer sowie sonstiger kultureller Strategien
  • eine theoretische und methodologische Fundierung ihrer interkulturellen Kompetenz

  • oft besonders intensive und methodisch reflektierte Erfahrungen in interkulturellen Kontexten

  • große Erfahrung in interkultureller Kommunikation

  • eine Routine, die kulturelle und soziale Perspektive anderer mitzudenken

  • die Fähigkeit, kulturell unterschiedliche Lebens- und Denkweisen sowie Weltdeutungen und Identitätskonstruktionen nachzuvollziehen und zu deuten

  • die Fähigkeit, sich auf unbekannte oder zunächst fremd erscheinende soziale Praktiken und Denkweisen einzulassen, ohne diese automatisch zu be- oder verurteilen

  • die Bereitschaft, als problematisch bewertete kulturelle Unterschiede auszuhalten und konstruktiv und wertschätzend damit umzugehen, ohne dabei einen eigenen Wertekompass aus den Augen zu verlieren

  • die professionelle Fähigkeit, sich schnell und systematisch in einen neuen („fremden“) sozialen oder kulturellen Kontext bzw. ein System (Unternehmen, Organisationen, Kulturen und Subkulturen, Gruppen, Fachkulturen, Denksysteme) zurechtzufinden und einzupassen

  • die Fähigkeit, sich in solchen „fremden“ Kontexten professionell und ergebnisorientiert zu verhalten 
 Themenspezifisches Fachwissen

Ethnolog*innen haben

  • tiefes themenspezifisches Fachwissen je nach Fächerkombination, thematischen Schwerpunkten, Berufserfahrung und weiteren Ausbildungen.
 Regionalspezifisches Fachwissen

Ethnolog*innen haben

  • regional- und lokalspezifisches Fachwissen (oft nicht nur zu einer Region).

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Sociologus 73(2023)1, 75-88 

 

 

 

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Der Beitrag zum Tag der Provenienzforschung beleuchtet die Geschichte der ethnographischen Sammlungen der Friedenstein Stiftung Gotha, insbesondere Artefakte aus Indonesien. Durch kollaborative Provenienzforschung wird die Herkunft dieser Objekte untersucht, um ihre Biografien zu rekonstruieren. Dabei geht es um den Austausch zwischen lokalen Kulturbehörden und Wissenschaftlern, um verlorene Kontextinformationen zu gewinnen und ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln.
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Michael Schönhuth schreibt in der Fachzeitschrift Sociologus über den bfe: Vom Netzwerk für Freiberufler*innen zur Stimme aller, die anthropologisches Wissen leben und teilen. Der Artikel zeigt, wie der Verband Brücken zwischen akademischer und außerakademischer Ethnologie baut – und wohin der Dialog führen kann.

Der Bundesverband für Ethnolog*innen (bfe) – oder, wie der Dialog zwischen außerakademischer und akademischer Ethnologie (noch) besser gelingen könnte

Sociologus 73(2023)1, 75-88 

 

 

 

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