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Die Zukunft der Kulturarbeit. Fair statt prekär? Beitrag auf MUSERMERKU

 

Wissenschaftliche Mitarbeiter an den Unis nach wie vor prekär beschäftigt. Es wird schlimmer statt besser! Beitrag in der Süddeutschen Zeitung.

 

 

Das Kulturglossar. Ein Vademecum durch den Kulturdschungel.

Von unserem Mitglied Michael Schönhuth 

 

 

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Wieviel (sollten) Freiberufler verdienen? 

Honorar-Umfrage des von

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Weitere Ethno-Infos in unserem bfe-Archiv

 

Ethnologen bei der Arbeit

 

Thorolf Lipp beim Drehen in Papua Neuguinea 2002

 

Thorolf Lipp bei Dreharbeiten in Papua-Neuguinea zur fünfteiligen TV-Reihe "Mythen der Südsee" (Bayerisches Fernsehen 2005). (c) Thorolf Lipp

Freiberufliche Ethnolog_innen -

(k)ein neues Berufsbild

 

Nach einer langen Gründungsphase des akademischen Faches Ethnologie standen von Anfang an nur wenigen Absolventen die idealerweise angestrebten Arbeitsplätze in einem Museum oder an einer Universität offen. Stets konkurrierten Ethnologen u.a. mit Kunsthistorikern, Archäologen oder Soziologen, da sie u.a. aufgrund langer Feldforschungszeiten im Ausland keine lineare Karriereplanung verfolgen konnten. Darüber hinaus tat sich das Berufsbild Ethnologe bis in die gegenwärtige Zeit schwer, sich innerhalb einer breiteren Öffentlichkeit zu etablieren. In neuerer Zeit kommen durch neue Studienfachkombinationen aufgrund der BA und MA-Studiengänge weitere Probleme hinzu, durch die sich die Situation freiberuflicher Ethnologen nicht verbessert, sondern, verbunden mit der hohen Zahl an Berufsanfängern, eher verschlimmert hat. Im WS 2011/12 haben in Deutschland etwa 3.000 Ethnologie-Studierende einen BA- oder MA-Studiengang abgeschlossen.

 

Zu dieser neuen Ausbildungssituation, die das Ethnologiestudium oft auf die Zeit eines BA-Abschlusses verkürzt, wird in den Berufsabschlüssen das Fach Ethnologie mitunter auch gar nicht mehr benannt sondern hinter neuen Berufsbezeichnungen wie z.B. Kulturmanagement oder Interkulturelle Studien verschleiert. Dies hat folgenschwere Konsequenzen für den Bekanntheitsgrad und die berufsbezogene Praxis des Faches Ethnologie mit seinen besonderen inter- und transkulturellen Kompetenzen in der Wahrnehmung der Arbeit gebenden Öffentlichkeit.

 

Folgt man einer Studie des Deutschen Kulturrates von 2004, so war der Arbeitsmarkt in den Kulturberufen schon immer von einem hohen Prozentsatz von Selbständigen geprägt. Dieser hohe Wert stieg im Laufe der Neunzigerjahre noch erheblich an; machten die Selbständigen 1993 noch 38,3% aus, waren 1998 schon 44% als Selbständige in den Kulturberufen tätig, heute dürften es über 60% sein. Dieser Trend wird seit etwa 20 Jahren aufgrund von Sparmaßnahmen im Personalbereich, was zur Auslagerung von immer mehr Arbeiten aus den Institutionen des Kultursektors führt, weiterhin verstärkt. Laut dem Deutschen Kulturrat unterliegen die statistischen Erhebungen zum Durchschnittseinkommen in den Kulturberufen der Schwierigkeit, dass sie auf Selbsteinstufungen beruhen und alle Arten von Einkünften erfassen, auch Stipendien, öffentliche Zuwendungen etc. Da diese Angaben nur eingeschränkt aussagefähig sind, werden sie in der Studie nicht in ihrer absoluten, sondern nur in ihrer relativen Bedeutung im Vergleich der Einkommenssituation beider Geschlechter interpretiert. Dabei konnte festgestellt werden, dass das Einkommen – wie in anderen Berufsfeldern auch – altersabhängig ist und sich signifikant zwischen den Geschlechtern zugunsten freiberuflicher Männer unterscheidet.

 

Eine zunehmende Zahl an Ethnologen arbeitet heute freiberuflich für ein breites Spektrum an Kultureinrichtungen und Universitäten, Museen, Galerien, Medienunternehmen, Weiterbildungseinrichtungen etc. Ihre Qualifikationen, verbunden mit dem breiten Angebot an kulturellen Dienstleistungen und wissenschaftlicher Arbeit, haben dazu geführt, dass freiberufliche Ethnologen erfolgreiche und anerkannte Partner im Kulturbereich sind. Darüber hinaus tragen sie mit ihrer Arbeit wesentlich zum Kulturbetrieb und zur Kulturwirtschaft in Deutschland und zu globalen Wissensnetzwerken bei und bieten vor allem auch als Mediatoren Zugang zu nicht-europäischen Wissenswelten.

 

Allerdings steht ihre Entlohnung oft in keinem Verhältnis zu ihrer Qualifikation. Ethnologen müssen de facto mit dauernder finanzieller Unsicherheit leben, mit einer oft nur rudimentären Kranken- und Altersvorsorge zufrieden sein.

 

Der bfe wird dazu beitragen, diese für unsere MItglieder inzwischen mehr als nur unbefriedigende Situation nachhhaltig zu verbessern.

 

 

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