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Das Kulturglossar. Ein Vademecum durch den Kulturdschungel.

Von unserem Mitglied Michael Schönhuth 

 

 

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Ethnologen bei der Arbeit

 

Thorolf Lipp beim Drehen in Papua Neuguinea 2002

 

Thorolf Lipp bei Dreharbeiten in Papua-Neuguinea zur fünfteiligen TV-Reihe "Mythen der Südsee" (Bayerisches Fernsehen 2005). (c) Thorolf Lipp

Ethnologen bei der Arbeit

 

 

Anette Rein bespricht eine Ausstellungsübernahme im Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen. (c) 2005

 

 

 

Verbleibstudien Ethnologie

 

Angesichts einer gestiegenen Abiturientenquote steigen auch die Studierendenzahlen stetig an. Da liegt auf der Hand, dass  die große Mehrheit der Ethnologieabsolventen außerhalb des engeren akademischen Kontextes beruflich Fuß fassen muss.

 

Seit etwa dem Ende der 1990er Jahre werden daher immer wieder Verbleibstudien vorgelegt, die die Karrierewege von Ethnologen betrachten. Dabei ist es methodisch allerdings fragwürdig, dass praktisch alle dieser Studien von Mitarbeitern der ethnologischen Institute selbst durchgeführt wurden. Das verwundert, denn es gehört zu den grundlegenden Einsichten der Ethnologie, dass häufig erst der Blick des Fremden übergreifende Zusammenhänge und Einsichten zutage fördert. Anders gefragt: Welcher wissenschaftliche Mitarbeiter möchte schon gerne dadurch auffallen, den eigenen Vorgesetzten mangelnden Erfolg zu attestieren? 

 

So ist es z.B. fragwürdig, Doktoranden- oder Postdoktorandenstellen als gelungenen Übergang in den Beruf darzustellen, denn kaum ein beruflicher Werdegang ist mit mehr Unsicherheiten behaftet als der des Wissenschaftlers. Andererseits wird in allen Studien auf die Problematik des Berufseinstieges zumindest hingewiesen. Etwa auf eine im Schnitt fünfjährige, oft euphemistisch als "Berufseinmündungsphase" bezeichnete Orientierungszeit nach dem Studium, die mithin also genau so lange dauert wie das Studium selbst. Oder auf die in aller Regel befristeten Verträge bzw. prekäre Selbständigkeit bei unzureichender Entlohnung. Dennoch: Trotz wiederholten Hinweisen auf die Schwierigkeiten des Einstieges in die Erwerbsarbeit kann eine ausreichende Distanz zum eigenen Begründungszusammenhang in diesen Studien nur bedingt vorausgesetzt werden. Es erscheint daher ratsam auch unabhängigen Stimmen Gehör zu schenken.

 

So zeichnet etwa die österreichische Kulturwissenschaftlerin Monika Mokre in mehreren Studien ein weit kritischeres Bild der Kultur- und Kreativwirtschaft in dem sie konstatiert, dass die Nutzniesser der kreativen Wertschöpfung in der Regel nicht die Akteure selbst sind.

 

Mokre, Monika: The Creative Industries in Austria: The Glories of the Past vs. the Uncertainties of the Present, in: Lovink, G./ Rossiter, N. (Eds.), MyCreativity Reader. Amsterdam (mit E. Mayerhofer)

 

Mokre, Monika: URBANe Kulturen. Kunst und Kultur in der Stadtentwicklung am Beispiel von URBAN Wien Gürtel Plus. Innsbruck: Studien Verlag 2002 (mit S. Asadi)

 

Da der Medienbereich zu den häufig genannten Arbeitsgebieten von Ethnologen zählt ist es aufschlußreich, sich auch hier aktuelle Studien zur Einkommenssituation vor Augen zu führen. In einer sehr detaillierten Befragung durch die AG DOK, dem größten deutschen Filmverband, hat ein repräsentativer Querschnitt von freiberuflichen Autoren und Regisseuren Auskunft über Arbeits- und Einkommensverhältnisse gegeben. Mit ernüchterndem Ergebnis: das durchschnittliche Netto-Einkommen von Dokumentarfilmregisseuren liegt bei 1380 Euro im Monat - rund 18 Prozent der Befragten bleiben sogar unter 636 Euro. Lediglich 15 Prozent gaben an, dass sie allein von ihrer Autorentätigkeit und der Regiearbeit leben können - der weitaus größere Teil - nämlich 85 Prozent- müssen in teilweise berufsfremden Jobs Geld hinzuverdienen oder sie werden von ihren Angehörigen finanziell unterstützt.

 

AG DOK Studie zur Einkommenssituation

 

 

Vor allem diejenigen Absolventen, die im engeren Sinne ethnologisch arbeiten wollen, und dies in aller Regel freiberuflich tun müssen, haben mit massiven Schwierigkeiten zu kämpfen. So weist unsere Partnerorganisation BfK schon seit Jahren immer wieder auf die Problematik einer freiberuflichen Tätigkeit im Kulturbereich hin.

 

Der Trend geht zum Dritt- oder Viertjob. Interview mit Bernd Oeljeschläger vom BfK

 

 

Nach diesen, unserer Auffassung nach wichtigen und notwendigen Kontextinformationen, hier nun eine Auswahl an Verbleibstudien aus den letzten 20 Jahren: 

 

Keß, Bettina: Würzburger Volkskunde-Absolventinnen zwischen 1975 und 1995 in Studium und Beruf (=Veröffentlichungen z. Volkskunde und Kulturgeschichte, 61). Würzburg 1996.

 

Liesenfeld, Gertraud: ".....Vieles, was ich gebrauchen konnte". Verbleibstudie 1962-2006 des Instituts für Volkskunde/Europäische Ethnologie der Universität Wien. Wien 2007

 

Verbleibstudie Ethnologie Köln 1997

 

Verbleibstudie Ethnologie Hamburg 2001

 

Verbleibstudie Ethnologie Bern 2002

 

Verbleibstudie Ethnologie München 2003

 

Verbleibstudie Europäische Ethnologie HU Berlin 2003

 

Verbleibstudie Europäische Ethnologie Marburg 2007

 

Studie: Kultur- und sozialanthropologisches Know-how in unterschiedlichen Berufsfeldern, Wien 2008

 

Verbleibstudie Europäische Ethnologie Marburg 2009

 

Verbleibstudie Ethnologie & Altamerikanistik Bonn 2010

 

Seminararbeit über AbsolventInnen der Kultur- und Sozialanthropologie in Wien 2010

 

Verbleibstudie Kultur und Gesellschaft Afrikas Bayreuth 2011

 

 

 

 

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