Barbara Brösamle-Baumert - Abschluss Master Sozial- und Kulturanthropologie, Goethe-Universität Frankfurt
Barbara Brösamle-Baumert
Profil von Barbara Brösamle-Baumert
Als Ethnologin beschäftige ich mich mit der Analyse gesellschaftlicher Selbstverständlichkeiten und der Frage, wie soziale Ungleichheiten im Alltag entstehen, reproduziert und legitimiert werden. Die ethnologische Perspektive verstehe ich als Instrument präziser Beobachtung: Sie hilft mir, das Sichtbare zu hinterfragen und jene Aspekte sozialer Praxis wahrzunehmen, die im Vertrauten oft unbeachtet bleiben.
Meine ethnologische Forschung habe ich in Deutschland durchgeführt. Im Mittelpunkt stand die Auseinandersetzung mit alleinerziehender Mutterschaft im Kontext gegenwärtiger familialer Strukturen. In engem Bezug zur hiesigen Lebensrealität habe ich untersucht, wie Rollenbilder, Erziehungsvorstellungen und familiäre Normen historisch gewachsen, sozial geprägt und mit strukturellen Ungleichheiten verwoben sind. Gerade im eigenen gesellschaftlichen Erfahrungsraum erscheinen soziale Praktiken häufig selbstverständlich, obwohl sie tief in Machtverhältnisse und soziale Ungleichheiten eingebettet sind.
Neben meiner wissenschaftlichen Tätigkeit bringe ich langjährige Berufserfahrung als Physiotherapeutin mit. Die Arbeit im medizinisch-therapeutischen Kontext hat meinen Blick für Körper, Gesundheit und Versorgungssysteme nachhaltig geprägt. Sie hat mein Interesse an medizinethnologischen Fragestellungen vertieft – insbesondere an der Frage, wie Vorstellungen von Gesundheit, Krankheit, Körper und Care kulturell geformt sind und wie sie sich im Zusammenspiel von Patient*innen, Fachpersonal und Institutionen manifestieren.
Ethnologie bedeutet für mich Neugier, Reflexivität und die Fähigkeit, aus Alltagsbeobachtungen analytische Fragen zu entwickeln. Der ethnologische Blick eröffnet neue Perspektiven auf vertraute Zusammenhänge und ermöglicht es, individuelle Erfahrungen in größere gesellschaftliche Kontexte einzuordnen. Es ist mir ein zentrales Anliegen, ethnologische Erkenntnisse nicht nur innerhalb der Wissenschaft zu verorten, sondern sie auch als Beitrag zu einem differenzierteren öffentlichen Verständnis von Familie, Care-Arbeit, Gesundheit und sozialer Gerechtigkeit zugänglich zu machen.
Akademischer Hintergrund:
Master of Arts: Sozial- und Kulturanthropologie, Goethe-Universität Frankfurt am Main (Abschluss 2024)
Bachelor of Arts: Kunstgeschichte, Goethe-Universität Frankfurt am Main
Bereich der Kompetenzen
Arbeitsbereiche:
Gesellschaftsethnologie, Gesundheit, Medizinethnologie, Schnittstelle Ethnologie/Kunstgeschichte
Themen:
(inter)kulturelle Bildung, (kulturelle) Identitäten, alleinerziehende Mutterschaft, Antirassistische Arbeit, Art & Anthropology, Beziehung zu Selbst und Gesellschaft/Kultur, Diversität, Elternschaft, Gender, Gesundheit und Krankheit im Kulturvergleich, Gesundheit, Krankheit und Migration, Healing Rituals and Mental Health Contexts, Konflikt & Kooperation, Körper, Körpertheorien, Mutterschaft, Schönheitsideale im transkulturellen Vergleich, Unterhaltszahlungen